„Hitler-Stalin-Pakt“ objektiv betrachtet
Am 01.September 1939 begann der Überfall der deutschen Hitlerarmee auf Polen und war der Beginn des 2.Weltkrieges.
Am zweiten Septembersonntag 1945 trafen sich zum ersten Mal Überlebende der faschistischen Konzentrationslager und Zuchthäuser zum Gedenken an die Opfer des Faschismus.
Dieses Wochenende wird als Tag der Mahnung, Erinnerung und der Begegnung begangen.
Hinterrücks, von der deutschen Öffentlichkeit kaum wahr genommen, fordert das Europaparlament von April 2009 auf:
Der 23.August 1939, den Tag der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes, soll als Gedenktag für die „Opfer aller totalitären und autoritären Regime“ begangen werden.
Bei dieser Forderung hat zweifelsfrei die Bundesregierung entscheidend mit gewirkt. Die Regierungspolitik ist ja bekanntlich durch Antikommunismus und Geschichtsverfälschungen geprägt.
Das Europaparlament sollte sich erst einmal mit den geschichtlichen Zusammenhängen des Hitler-Stalin-Paktes befassen.
Über den Nichtangriffspakt und dem Geheimprotokoll von 1939 zwischen Hitler und Stalin gab es von bürgerlichen „Historikern“, in der bürgerlichen Presse und im Internet viele Veröffentlichungen mit Lügen und Wahrheiten vermischt.
Das Ziel war und ist es auch heute noch, Stalin als Aggressor hinzustellen und mit Hitler auf eine Stufe zu stellen. Es wird behauptet, dass Hitler und Stalin Polen aufteilten wollten. Wieso haben dann die Westmächte im Potsdamer Abkommen von 1945 die Zustimmung gegeben, dass die West-
ukraine und Westbelorußland der UdSSR und nicht Polen zuerkannt wird?
Nur die Geschichte kann diese Frage beantworten.
In den Interventionskriegen hatte das reaktionäre Polen 1920 die Westukraine und Westbelorußland erobert. Diese musste der Sowjetstaat im Friedensvertrag notgedrungen an Polen abtreten. Die Rote Armee war zu schwach für eine Zurückeroberung aufgrund der ausländischen Interventionsarmeen und der inländischen weißgardistischen Armeen.
Die Außenpolitik der UdSSR war auf den Frieden gerichtet. Bereits auf der Haager Konferenz im Sommer 1922 unterbreitete die junge Sowjetregierung Vorschläge für allgemeine Rüstungseinschränkung, Verbot von Massenvernichtungswaffen und Luftangriffen.
Die Vorschläge der UdSSR zur Beendigung des Wettrüstens wurden von den Westmächten stets abgelehnt.
Die UdSSR befand sich in der politischen Isolation. Von 1927-1929 hatte die englische Regierung die diplomatischen Beziehungen zur UdSSR abgebrochen.
In dieser Zeit hatte die UdSSR trotzdem einige Abkommen abschließen können wie zum Beispiel:
1926 : Abschluss eines Neutralitätsabkommens mit Deutschland.
1925-1927 : Abschluss eines Neutralitätsabkommen und Nichtangriffspaktes mit der Türkei,
Afghanistan, Persien (Iran) und Litauen.
Diese Abschlüsse bildeten ein Hindernis für die antisowjetische Politik von Frankreich und Eng-
land.
Wegen der drohenden Kriegsgefahr ab 1938 unternahm die UdSSR neue Anstrengungen, um die kollektive Sicherheit zu gewährleisten.
slowakei vor. Die Westmächte lehnten ab.
Italien) erhielt Deutschland die Grenzgebiete der Tschechoslowakei. Allein die UdSSR
verurteilte den Verrat von München.
Da Frankreich die Tschechoslowakei verraten hatte, war der französisch-tschechoslowa-
kische und der französisch-sowjetische Vertrag von 1935 über gegenseitige Hilfeleistung
faktisch wertlos.
3. Im März 1939 besetzte Hitlerdeutschland die ganze Tschechoslowakei. Auf Initiative der
UdSSR fand im August 1939 in Moskau Verhandlungen militärischer Vertreter der drei
Staaten (UdSSR, England und Frankreich) statt. Der Vorschlag der UdSSR sah vor, dass im
Falle einer Aggression gegen die UdSSR, Frankreich oder England diese Staaten zur
gegenseitigen Hilfeleistung verpflichtet waren. Diese Hilfeleistung galt auch im Falle einer
Aggression gegen Polen, Rumänien, Türkei, Belgien und den baltischen Staaten. Bei
Annahme der sowjetischen Vorschläge hätte Hitlerdeutschland eine starke Militärmacht
gegenüber gestanden. Die Westmächte lehnten aber diese Vorschläge ab.
Durch die Verpflichtung zur Hilfeleistung hätte die Sowjetarmee polnisches Gebiet durch-
queren müssen, um an den Kampfhandlungen teilzunehmen. Die reaktionäre Regierung
Polen lehnte die Durchquerung ab.
Die Vorschläge der UdSSR waren auf dieser Verhandlung sehr konkret wie es der
folgende Auszug beweist. Die UdSSR verlegt an ihre westliche Grenze bei einer Aggres-
sion in Europa:
120 Infanteriedivisionen (1 Division=19000 Mann),16 Kavalleriedivisionen,5000
schwere Geschütze,9000-10000 Panzer,5000-5500 Kampfflugzeuge.
Die französische und die englische Delegation kamen ohne Vollmachten und ohne
konkreten Vorschläge.
Marschall Shukow hat als Teilnehmer an dieser Beratung in seinem Buch „Erinnerungen und
Gedanken“ ausführlich darüber berichtet
Während der Beratung mit der UdSSR in Moskau leitete die englische Regierung gleich-
zeitig Geheimverhandlungen mit der deutschen Regierung ein und schlug Hitler vor, einen
Nichtangriffspakt und ein Abkommen über die Aufteilung der Welt in Einflusssphären ab-
zuschließen. Die UdSSR wurde in diese Aufteilung mit einbezogen. Die englische Re-
gierung versprach deshalb Hitlerdeutschland, die Verhandlung mit der UdSSR abzu-
brechen.
4. Die Gefahr eines Krieges drohte der UdSSR nicht nur vom Westen, sondern auch vom
Osten. Die Beziehungen zwischen der UdSSR und Japan waren gespannt. Im Jahre
!938 unternahm Japan einen Überfall auf sowjetisches Territorium am Chassan-See.
Im Sommer 1939 überfiel Japan am Fluss Chalchin-Gol die Mongolische Volksrepublik.
mit der die UdSSR durch einen Vertrag über gegenseitigen Beistand verbunden war.
Die japanischen Truppen wurden in beiden Fällen vernichtend geschlagen.
Der UdSSR drohte bei völliger politischer Isolierung ein Krieg an zwei Fronten.
Aus diesen Gründen unterzeichnete die Regierung der UdSSR den Nichtangriffspakt, der von der deutschen Regierung angeboten worden war.
Dieser Beschluss wurde gefasst, als völlige Klarheit darüber herrschte, dass England,Frankreich und auch Polen nicht die Absicht hatten, ein Abkommen mit der UdSSR über den gemeinsamen Kampf gegen die Aggression Hitlerdeutschlands abzuschließen.
Die Sowjetregierung wusste, dass die Hitlerregierung mit dem Abschluss des Vertrages nicht auf den Eroberungskrieg gegen die UdSSR verzichtete
Am 12.November 1940 fanden Verhandlungen zu politischen Fragen zwischen der deutschen
Delegation unter Leitung von Rippentrop und der sowjetischen Delegation unter Leitung von Molotow statt. Hitler schlug vor, seinen provokatorischen Plan zur Aufteilung der Welt zwischen Deutschland, Italien, Japan und der UdSSR zu erörtern. Molotow wies diesen Plan zurück.
Der spätere Generalstabschef, Marschall Wassilewski, hat als Teilnehmer dieser Delegation in seinem Buch „Sache des ganzen Lebens“ darüber berichtet.
Hitler wollte der Welt beweisen, dass der Faschismus und der Kommunismus auf einer Stufe stehen.
Wie sich die Bilder doch gleichen. Die Bundesregierungen unter Adenauer bis zu Kohl und Merkel haben daraus gelernt und feinere Methoden entwickelt. Als aktuelles Beispiel ist die Lehrerfortbildung „Diktaturvergleich als Methode der Extremismusforschung“ vom März 2010 in Halle/Saale zu nennen. In der Veranstaltung soll NS-und SED-Regime gleichgesetzt werden.
Hitlerdeutschland hatte niemals die Absicht gehabt, mit der UdSSR so einen Pakt in die Tat umzusetzen. Die Ausarbeitung des Überfalls auf die UdSSR war zu diesem Zeitpunkt fast abgeschlossen. Nach Beendigung des 2.Weltkrieges erfuhr die Welt, dass Hitler bereits am 5.Dezember 1940 den Plan „Otto“ zum Überfall auf die UdSSR bestätigt hat. Der Plan „Otto“ wurde am 18.Dezember 1940 durch den ausführlichen Plan „Barbarossa“ ersetzt.
Während Hitlerdeutschland nach außen hin den Nichtangriffspakt beachtete, schloss es mit den
Regierungen Finnlands, Ungarns und Rumäniens Geheimpakte über einen gemeinsamen
Krieg gegen die UdSSR. Nach dem Überfall auf die UdSSR am 22.Juni 1941 hat sich dieser Geheimpakt bestätigt. Diese Staaten wurden zu Vasallen Hitlerdeutschlands.
Die reaktionären herrschenden Kreise Englands, Frankreichs und der USA waren bestrebt, die UdSSR zu isolieren und gegen sie eine Einheitsfront der kapitalistischen Staaten zu bilden. Dabei wurde Deutschland und Japan die Rolle des Stoßtrupps im Krieg gegen die UdSSR zugewiesen. Unter diesen Bedingungen war die Aufgabe, den Krieg zu verhindern, nicht lösbar. Die Sowjetregierung hatte gegenüber ihrem Volk die Pflicht, die reaktionäre Münchener Politik zu durchkreuzen.
Der Nichtangriffspakt trug dazu bei.
Die Münchener Politik von England und Frankreich sollte dazu beitragen, keinen Krieg zwischen der kapitalistischen Welt zu entfesseln. Aber der Krieg brach innerhalb der kapitalistischen Welt selbst aus.
Durch den Nichtangriffspakt erhoffte sich die Sowjetregierung einen Zeitgewinn zur Erfüllung folgender Aufgaben:
Mit dem Nichtangriffspakt hatte sich für die UdSSR die Gefahr eines Zweifrontenkrieges mit Hitlerdeutschland und Japan verringert.
Im Geheimprotokoll vom 23.08.1939 und dem Zusatzprotokoll vom 28.09.1939 wurde auf polnischem Gebiet eine deutsch-sowjetische Grenze etwa der Linie der Flüsse Narew, Weichsel und San festgelegt. Der UdSSR wurden Westbelorußland und die Westrukraine als Interessensphäre zuerkannt.
Am 01.09.1939 überfiel Hitlerdeutschland Polen.
Es wird behauptet, dass Stalin mit dem Nichtangriffspakt Hitler erst ermöglicht hat, den 2.Weltkrieg zu beginnen. Dazu muss die Politik von Frankreich, England und der USA gegenüber Polen und der UdSSR in Betracht gezogen werden.
Die Regierung von England und Frankreich hofften, dass die Hitlerarmee weiter nach Osten
in die UdSSR marschieren wird. Deshalb standen die französischen und englischen
Truppen tatenlos an der Westfront. Im Mai 1940 überfiel die Hitlerarmee Holland und
Belgien. Erst zu diesem Zeitpunkt griffen die französischen Truppen und die englische
Expeditionsarmee in die Kampfhandlungen ein.
2 England und die USA eröffneten erst im Juni 1944 die 2.Front. Die UdSSR trug die Haupt-
last des 2.Weltkrieges
3. Churchill setzte seine wortbrüchige Politik gegenüber der UdSSR fort. Nach dem Krieg
wurde bekannt, dass Churchill angesichts der unmittelbar bevorstehenden Zerschlagung Deutschlands den Befehl erteilt hatte, die Waffen der kapitulierenden Hitlerarmee zu sammeln und bei Bedarf diese den Hitlerfaschisten zum gemeinsamen Kampf gegen die UdSSR wieder auszuhändigen.
Mit dem Nichtangriffspakt hat Stalin die UdSSR vor einer vernichtenden Katastrophe bewahrt. Hätte auch die Regierung der UdSSR Hitlerdeutschland den Krieg erklärt, dann wäre die hochgerüstete Hitlerarmee in die UdSSR eingefallen. Die französischen und englischen Truppen hätten tatenlos wie nach der Besetzung Polens an der Westfront gestanden. Die UdSSR hätte der Hitlerarmee nicht standhalten können, da die Sowjetarmee am Anfang der Umstrukturierung stand und die Industrie noch nicht vollständig auf die Rüstungsproduktion umgestellt war. Diese Tatsache zeigte sich beim Überfall Hitlerdeutschland auf die UdSSR. Die Hitlerarmee drang tief in das Sowjetland ein. 1939 wäre die Katastrophe noch größer gewesen.
Die Westmächte hätten die UdSSR im Stich gelassen wie sie es mit Polen getan hatten.
Am 17.09.1939 überschritt die Sowjetarmee die Grenze und besetzte die Westukraine und West-
belorußland laut Geheimprotokoll vom 23.08.1939.
Dadurch erhielt die Sowjetarmee eine bessere strategische Ausgangsstellung gegenüber der Hitlerarmee.
Die besetzten Gebiete schlossen sich mit der Sowjetukraine und Sowjetbelorußland wieder zu einheitlichen Staaten des ukrainischen und belorussischen Volkes zusammen.
Im Geheimprotokoll vom 23.08.1939 und dem Zusatzprotokoll vom 28.09.1939 wurden außer der Westukraine und Belorußland auch die baltischen Staaten (Estland, Lettland, Litauen, Finnland) und Bessarabien (heute Moldawien) zu Interessenssphären der UdSSR erklärt.
Heute sprechen die bürgerlichen Historiker, Verfasser von Artikeln im Internet und auch die baltischen Staaten von einer Aggression Stalins gegen diese Staaten.
Litauen möge sich daran erinnern, dass auch sie mit dem Geheimprotokoll verbunden war und die deutschen Okkupanten 200000 Juden ermordet haben.
Zitat aus dem Geheimen Zusatzprotokoll vom 23.August 1939: „Hierbei wird das Interesse Litauens an Wilnaer Gebiet beiderseits anerkannt“. Mit „beiderseits“ war die deutsche und sowjetische Regierung gemeint.
Laut diesem Satz könnte es sich um Gebietsansprüche handeln. Die Historiker könnten dies aufklären. Sie haben sicherlich kein Interesse an dieser Aufklärung.
Diese angebliche Aggression Stalins kann durch die Geschichte auch anders bewertet werden.
Im Herbst 1939 schlossen die Regierungen der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen mit der UdSSR Verträge über gegenseitigen Beistand, über die Stationierung sowjetischer Truppenteile sowie der Errichtung von Flugplätzen und Seestützpunkten ab.
Freiwillig haben die profaschistischen baltischen Regierungen diesen Verträgen sicherlich nicht zugestimmt. Mit den Geheimprotokollen wird Stalin mit Sicherheit Druck ausgeübt haben. Diesen Staaten war dadurch klar, dass sie von Hitlerdeutschland zurzeit keine Hilfe zu erwarten konnten.
Die UdSSR hatte sich verpflichtet, sich nicht in die inneren Angelegenheiten der drei baltischen Staaten einzumischen.
Selbst bürgerliche Historiker mussten eingestehen, dass Stalin bis Mai 1940 diese Verpflichtung nicht verletzt hat. Aber nach der Blockbildung der drei baltischen Staaten soll Stalin ein Ultimatum zum Regierungswechsel gestellt haben. Die Regierungen der baltischen Staaten sind demzufolge zurückgetreten und es fanden Neuwahlen statt. Nach bürgerlicher Auffassung waren die Kommunisten nur Dank der sowjetisch diktierten Einheitsliste siegreich.
Die Verfasser verschweigen aber, dass Frankreich und England die baltischen Staaten zur Blockbildung aufriefen. Diese Blockbildung der profaschistischen Regierungen war ein militärischer Geheimpakt gegen die UdSSR. Das Baltikum drohte zum Aufmarschgebiet der Hitlerarmee für einen Überfall auf die UdSSR zu werden.
Es ist schon möglich, dass Stalin mit Hilfe der Geheimprotokolle die profaschistischen Regierungen zu Neuwahlen gezwungen hat. Es bestand aber ein direktes, geheimes und gleiches Wahlrecht.
Wären die Volksmassen mit der Politik Stalins nicht einverstanden gewesen, dann hätten sie auch die Wahlen mit der so genannten „kommunistischen Einheitsliste“ boykottieren können. Es kam zum Regierungswechsel, da die Völker der baltischen Staaten erkannten, dass die Kriegsgefahr von der eigenen Regierung ausging.
Die fortschrittliche Opposition wurde in die Sejms Litauens und Lettlands sowie in die Staatsduma Estlands gewählt. Die neuen Regierungen beschlossen auf Verlangen ihrer Völker das von der Entente gestürzte Sowjetsystem wieder herzustellen. Die Litauische, die Lettische und die Estnische Sowjetrepublik beantragten die Aufnahme in die UdSSR, die im August 1940 erfolgte.
Es soll erinnert werden, dass die oben genannten drei baltischen Staaten von 1918 bis 1919 Sowjetrepubliken waren. 1919 wurde die Sowjetmacht in den Interventionskriegen durch die Entente gestürzt. Es wurden reaktionäre Regierungen eingesetzt.
Auch die angebliche Annexion Bessarabiens (das heutige Moldawien) entbehrt jeder geschichtlicher Grundlage.
Mit Hilfe deutscher Truppen hatte Rumänien 1918 Bessarabien an sich gerissen. Niemals war diese Annexion von der UdSSR anerkannt worden.
Am 26.Juni 1940 stellte die Regierung der UdSSR an Rumänien das Ultimatum auf Rückgabe. Da die Sowjetarmee sich auf die Besetzung vorbereitete, willigte Rumänien deshalb in die Rückgabe der gewaltsam angeeigneten Gebiete an die UdSSR ein.
Die Wiedervereinigung der baltischen Sowjetrepubliken und Bessarabiens erhöhte die Sicherheit der UdSSR. Die Staatsgrenzen der UdSSR konnten somit 200-300 km vorverlegt werden.
Auch die Kriegserklärung der UdSSR an Finnland Ende November 1939 muss im Zusammenhang gesehen werden.
Die Regierungen Englands, Frankreichs und der USA wollten Finnland in einen Krieg gegen die UdSSR hetzen und lieferten umfangreiche Miltärausrüstungen. Die fast uneinnehmbare Mannerheim Linie wurde durch ausländische Fachleute weiter befestigt.
Leningrad war durch Finnland bedroht, da die Grenze nur 30 km entfernt war. Leningrad lag im Bereich der finnischen Geschütze und nur 2-3 Flugminuten trennte es von den finnischen Flugplätzen.
Deshalb schlug die Regierung der UdSSR einen Beistandspakt vor.
Auch ein weiterer Vorschlag, die Grenze auf der karelischen Landenge einige Dutzend Kilometer zu verlegen und die Halbinsel Hangö als Militärstützpunkt zu verwenden, wurde von Finnland abgelehnt. Als Gegenleistung hätte Finnland beträchtliche andere Grenzgebiete erhalten.
Am 26.11.1939 eröffnete die finnische Armee das Feuer auf sowjetische Grenzposten. Finnland löste die allgemeine Mobilmachung aus. Nach weiteren Grenzprovokationen am 30.11.1939 erklärte die UdSSR Finnland den Krieg.
Am 12.März 1940 wurde der Friedensvertrag unterzeichnet.
Die UdSSR erhielt die karelische Landenge, das westliche und nördliche Ufer des Ladoga-sees und pachtweise die Halbinsel Hangö. Auch an einigen anderen Stellen wurde die sowjetisch-finnische Grenze verlegt.
Diese Grenzverschiebungen besonders am Ladoga-Sees spielte später bei der Verteidigung Leningrads eine wichtige Rolle.
Stalin in diesen Angelegenheiten als Aggressor hinzustellen, entbehrt jeder Grundlage.
Stalin hat besonders über die nationale Frage viele Artikel geschrieben. In diesen Schriften hat er das Recht der Nationen auf selbständige staatliche Existenz anerkannt. Zu erinnern sei an das Dekret über die Unabhängigkeit Finnlands und der Ukraine im Dezember 1917 oder das Dekret über die Unabhängigkeit der Sowjetrepublik Estlands und Litauens im Dezember 1918. Die Ukraine war die erste nationale Sowjetrepublik.
Hitler hatte gehofft, dass der Nationalitätenstaat beim Überfall auf die UdSSR zusammenbrechen würde. Aber die Nationalitätenpolitik Stalins hat dieser Belastungsprobe standgehalten und alle Sowjetrepubliken hatten den Kampf gegen die Hitlerarmee aufgenommen und siegreich beendet.
Dazu folgendes Quellenverzeichnis:
Stalin-Bände
1913 : Marxismus und die nationale Frage ( Bd. 2, S.266-315 )
: Referat über die nationale Frage
1917 : ( Bd. 3, S.45-52 )
1921 : ( Bd. 5, S.13-25 )
1924 : ( Bd. 6, S.122-132 )
Dez. 1917 : Lenin und Stalin unterzeichnen das Dekret über die staatliche Unabhängigkeit
: Finnlands ( Bd. 4, S.19-21 )
Shukow : Erinnerungen und Gedanken, Band 1, S. 209-216
Wassilewski : Sache des ganzen Lebens ( 97-98)
Jörg Sandrock, Halle