Die Krise gerät zur Farce: Auch die Banken wollen
Griechenland helfen, hieß es am Dienstag. Deutschlands oberster
Steuergeldumverteiler Wolfgang Schäuble übernahm den Part, diesen Unsinn zu
lobpreisen und von einem »europäischen Geleitzug« zu schwadronieren. Noch
Schöneres kam von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann: »Es ist unheimlich
wichtig, daß wir dieses Haus, das angefangen hat zu brennen, auch löschen«.
Es passiert, daß Feuerwehrleute Brände bekämpfen, die sie selbst verursacht
haben. Vielleicht liegt es an einem Helfersyndrom, möglicherweise nur am Spaß,
den diese Leute dabei haben. Bei den Finanzkonzernen ist das anders, auch wenn
die das griechische Feuer lange Zeit kräftig angefacht hatten. Ackermann mag
löschen wollen, aber nicht um zu helfen, nicht aus Spaß. Die Banken wollen
schlicht ihr Geld zurück, das sie in Hellas »angelegt« haben. Und sie helfen
tatsächlich ihren griechischen Brüdern und Schwestern, so diese Bankbesitzer
sind, nicht zu verarmen. Außerdem ist es immer schön für die Milliardendealer,
noch ein wenig hinzuzuverdienen.
Also werden Ackermanns Helferlein weiter Griechenland-Anleihen zeichnen. Für
eine solch gute Tat darf man sich gern zusätzlich verschulden. Am besten bei der
EZB. Die nimmt Ramschanleihen als »Sicherheiten«, dafür gibt’s (noch) gutes
Geld. Zu besten Konditionen. Mit dem Gewinn aus der Zinsdifferenz kann man prima
den Helden spielen.
Das Ganze wäre nur zum Lachen, wenn die Folgen nicht so unappetitlich wären.
Denn der »Preis« für die »Hilfsbereitschaft« der Finanzhaie könnte ein Verzicht
auf die »Regulierung« der Finanzmärkte sein.
(kf)